Schüler retten Geschichten vor dem Vergessen

Die Pogromnacht jährt sich zum 82. Mal. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 brannten in ganz Deutschland Synagogen, wurden Juden ermordet, gejagt und verschleppt. An der Heinrich-Böll-Gesamtschule (HBG) sorgen Schüler der 7. Jahrgangsstufe dafür, dass der Holocaust niemals vergessen wird.

Die Schüler nahmen am „Zweitzeugen“-Projekt des Vereins „Zweitzeugen“ teil. Die Mädchen und Jungen des siebten Jahrgangs wurden durch Zeitzeugen einfühlsam erzählte (Über-)Lebensgeschichten des Holocaust zu Mitbewahrern dieser Geschichten. Die Zeitzeugen und Schüler retten diese Geschichten so gemeinsam vor dem Vergessen.
Der Verein „Zweitzeugen“ nahm erstmalig an dieser bundesweiten Aktion teil und bildete insgesamt rund 360 Kinder und Jugendliche zu Zweitzeugen aus. An vier Tagen wurden zwölf Workshops an ausgewählten Schulen im Ruhrgebiet durchgeführt. Möglich wurde dies dank der Unterstützung der Antisemitismusbeauftragten des Landes NRW, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, sowie der Talent-Metropole Ruhr.

Berührende Erfahrung
Der große Tag startete für das Zweitzeugen-Team und die Lehrer des siebten Jahrgangs an der Heinrich-Böll-Gesamtschule um 7.30 Uhr. Gemeinsam wurden die Räume und die Technik vorbereitet. Der Projekttag endete in der sechsten Stunde, so hatten die Schüler die Möglichkeit, ausgiebig in die Lebensgeschichte eines Holocaust-Überlebenden einzutauchen und sein Schicksal kennenzulernen. „Ich kann nicht glauben, dass unser Schultag schon vorbei ist, weil es so spannend und berührend war. Ich wünsche mir, dass so etwas nie wieder passiert,“ berichtet eine Schülerin am Ende des Projekt-Tages.

Demokratieverständnis
Die Sprecherin des siebten Jahrgangs fand das Projekt grandios und ebenso berührend wie die Schüler. Besonders habe ihr der Aspekt der Erfahrbarkeit gefallen, da dieser für die Kinder äußerst wichtig sei, um ein Stück weit zu begreifen zu können, was es bedeutet, Zweitzeuge zu sein. Ksenia Eroshina, Projektleiterin vom Verein Zweitzeugen, berichtete, dass sie sich an der Heinrich-Böll-Gesamtschule äußerst wohl gefühlt habe, die Ausbildung der Kinder sehr gut gelaufen sei und sie gerne am nächsten Tag der „Schule ohne Rassismus“ mit ihrem Team im Januar wiederkomme.
Als eines ihrer größten Ziele sieht es die HBG an, die Schüler für das Geschehene zu sensibilisieren und sie dabei zu unterstützen, zu demokratischen und mündigen Bürgern heranzuwachsen. Als „Schule ohne Rassismus (SOR) – Schule mit Courage“ arbeitet sie mithilfe des SOR-Teams, der Antirassismus-AG sowie externer Partner immer an neuen Projekten.

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