„Viele wissen nicht, was passiert.“

Flüchtling aus Syrien (15) spricht über die Ausstellung „World Press Photo“.

Von Lilly, Elif (Jgst. 10)

Es geht um einen Jungen aus unserer Stufe. Er ist 15 Jahre, aus Syrien geflohen und seit dreieinhalb Jahren in Deutschland. Er ist Palästinenser. Den Namen wollen wir nicht nennen. Wir haben ihn gefragt, ob er mit uns über die Ausstellung „World Press Photo“ sprechen möchte und er hat zugesagt. Mehr über die Ausstellung lest ihr hier.

Wenn du die Bilder in der Ausstellung siehst, hast du dich an Situationen von damals erinnert?

Ja. Das Bild von dem Bombenattentat in Afghanistan. So etwas habe ich in Syrien erlebt. Mehrmals. Das war schlimm.

Sind die Bilder hier in der Ausstellung realitätsnah?

Ja, leider.

Wir haben uns gefragt, wie es für Betroffene ist, wenn sie fotografiert werden – mitten im Krieg. Was hättest du gedacht, wenn man ein Foto von dir macht, wenn du gerade um dein Leben kämpfst?

Ich würde gar nicht gucken, ob mich einer fotografiert. In so einem Moment denke ich an etwas ganz anderes – ob ich weiter leben kann oder jetzt sterbe.

Welches Bild fehlt deiner Meinung nach hier in der Ausstellung. Welches Bild sollte hier auch hängen?

Im Mai im letzten Jahr wurde ein Angriff auf den Gazastreifen ausgeführt. Es gab einen Gasangriff. Ein Kind, dass nicht mehr gut atmen konnte, hat sich aus einer halben Zwiebel einen Mundschutz gebastelt. Dieses Bild fehlt mir hier heute. Das hätte ich mir gewünscht, dass so etwas auch gezeigt wird.

Findest du es ok – es geht hier teilweise um Fotos aus dem Krieg und jetzt bekommt ein Fotograf einen Preis dafür, dass er ein gutes Foto gemacht hat?

Sie sind in Gefahr dafür. Sie wollen den anderen etwas zeigen. Viele z.B. in Deutschland wissen nicht, was in anderen Ländern passiert. Deshalb sollte es so sein.

Ausdrücklich möchten wir unserem Mitschüler danken, dass er mit uns darüber gesprochen hat, wie er die Ausstellung sieht und was sie für ihn bedeutet.

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