Taten wirken

Schüler der Max-Born-Realschule versorgen Obdachlose in der Innenstadt mit warmen Getränken und Lebensmitteln. Eine Aktion der youngcaritas.

Von Chabane Mamadou, Ensar Elyildirim, Faris Essakkali, Phillip Schüler, Pia Link, Fabian Dick und Nicolas Thiess

Die Schüler der Klasse 8 c der Max-Born- Realschule besuchten im Rahmen des Schulticker-Projektes die youngcaritas in Dortmund. Im Gespräch mit Kristina Sobiech, Ehrenamtskoordinatorin für youngcaritas und Flüchtlingshilfe, erfuhren die Jugendlichen Interessantes über die Arbeit der Organisation, bevor sie selbst tatkräftig helfen durften.

Ein warmes Getränk und ein Lächeln – damit kann man schon viel geben.

Die youngcaritas ist eine Organisation, in der sich junge Menschen engagieren können. Dabei ist es egal, woher sie kommen oder welcher Religion sie angehören – wichtig ist nur, dass sie bereit sind, in ihrer Freizeit Mitmenschen zu helfen.

Seit Mai 2017 gibt es die youngcaritas in Dortmund. Dort sind etwa 70 bis 80 Ehrenamtliche im Alter von 13 bis 30 Jahren dabei, die verschiedene Projekte betreuen. So gibt es zum Beispiel eine Smartphone-Sprechstunde für Senioren und ein Projekt für unbegleitete Minderjährige, bei dem gemeinsam gelesen und dabei auch Deutsch gelernt wird.

Die Schüler der 8 c durften bei ihrem Besuch ein ganz besonderes Projekt begleiten. Es heißt „Warm durch die Nacht“ und bietet Hilfe für Obdachlose und andere Menschen, die in Armut leben. Besonders im Winter ist dies wichtig. Normalerweise gehen hierfür bis zu 15 Helfer von 18 bis 21 Uhr durch die City. Bevor es aber für die Klasse 8 c ausnahmsweise vormittags auf die Straße ging, wurden die Schüler auf das Thema eingestimmt: So gab es einen Film und ein Gespräch darüber, was Armut überhaupt ist und eine spielerische Übung, bei der jeder seine Einstellung zu und seinen Umgang mit Armut hinterfragen musste.

Aufmerksamkeit schenken

Dann ging es in drei Gruppen los, die von Kristina Sobiech sowie Tamara (Praktikantin) und Svenja (Ehrenamtlerin) begleitet wurden. Gezielt wurden Menschen angesprochen, die auf der Straße Passanten um Geld baten. Die Schüler boten ihnen Tee, Kaffee, Süßes oder Hygieneartikeln an. Fast alle freuten sich darüber und nahmen die Hilfe an. Es geht bei der Aktion aber nicht nur um das Verteilen von Lebensmitteln, sondern auch darum, Aufmerksamkeit zu schenken.

Gruppenfoto vor der Aktion in der City: Das youngcaritas-Team und die Schüler der Max-Born-Realschule .Foto: Kallenbach

Nach ihrem Hilfseinsatz äußerten die Jugendlichen in einem Abschlussgespräch, dass es ihnen teilweise nicht leicht fiel, die Obdachlosen anzusprechen. Der Umgang mit den Bedürftigen war lehrreich und zeigte ihnen, wie Obdachlose leben. Ein Schüler meinte abschließend, es habe ihm Spaß gemacht zu helfen, gleichzeitig sei er aber auch traurig darüber, wie Obdachlose leben.

Was macht die Youngcaritas?

  • Youngcaritas in Dortmund ist ein Netzwerk für junge Leute, die die Welt ein kleines Stückchen besser machen wollen. Youngcaritas richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene und fördert kreatives, soziales sowie sozialpolitisches ehrenamtliches Engagement. Dabei geht es darum, auf eigene Weise Solidarität zu stiften und gesellschaftliche Entwicklungen zu hinterfragen.
  • Die Themen und Aktionen orientieren sich an den Interessen junger Leute. Neben Aktionen und der Unterstützung bei eigenständigen Ideen junger Menschen ist ein weiterer Auftrag die Bildungsarbeit. Hierbei geht es vor allem um die Aufklärung in Bezug auf soziale und caritative Problemstellungen. Themen wie Armut, Nachhaltigkeit und Upcycling, Flucht und Migration, Solidarität oder Antirassismus stehen auf unserer Agenda. Auch politische Themen bekommen bei der youngcaritas Raum.
  • Der Einsatz für eine gute Sache kann ganz unterschiedlich aussehen und muss nicht immer kompliziert sein. Fast alle Angebote zeichnen sich dadurch aus, dass sie niederschwellig und unkompliziert sind. Youngcaritas geht in Sachen Engagement ungewöhnliche Wege und probiert Neues aus.
  • Genauso wichtig wie die inhaltlichen Ziele der youngcaritas ist ihre Zielgruppe. Die Angebote richten sich an Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Strikte Altersgrenzen werden hierbei nicht gezogen. Jeder, der sich der Themen annehmen, praktisch werden oder eigene Ideen einbringen will, ist willkommen. Dies gilt auch in Bezug auf die Herkunft, Religion und soziale Schicht.

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