Sehen und verstehen

Schulticker-Schüler der Johann-Gutenberg-Realschule besuchen die World Press Photo-Ausstellung im Depot. Und haben viel gelernt.

Von Marie, Loubna (9 a)

Wir haben die World Press Photo-Ausstellung mit einer Gruppe aus der 9. und 10. Jahrgangsstufe besucht. Die Altersempfehlung ab 14 Jahren ist richtig. Zusätzlich haben wir eine Führung mitgemacht. Das ist zu empfehlen, um Hintergründe zur Politik und Informationen zu den Fotografen zu bekommen. Interessant ist auch das zusätzliche Arbeitsheft für Schüler und ein Rahmenprogramm wie Filme und Vorträge.

Zu Besuch in der World Press Photo-Ausstellung.

Die World Press Photo-Ausstellung hilft, die Pressefotografie besser zu verstehen und die Geschichten dahinter zu sehen. Die Fotos bringen die Betrachter persönlich zum Nachdenken. Wir finden gut, dass bei der Ausstellung die besten Fotografen geehrt werden. Man sieht verschiedene Facetten aus der ganzen Welt. Außerdem bekommt man einen Eindruck, wie ein Pressefoto die Nachrichten repräsentiert, wie die Aussagen eines Bildes durch seine Gestaltung beeinflusst werden und was Pressefreiheit für die Fotografie bedeutet.

80 getötete Journalisten

Wir haben auch gelernt, dass Pressefotograf ein interessanter, aufregender aber auch sehr gefährlicher Beruf sein kann. Im letzten Jahr sind offiziell 80 Journalisten während oder wegen ihrer Arbeit getötet worden – auch viele verletzt. Mitschülerin Emma zu der Ausstellung: „Ich finde die Ausstellung sehr wichtig. Fotografen machen eine wichtige Arbeit. Ein Fotograf erzählt etwas. Er soll für diese Arbeit auch belohnt werden. Wir sind hier und sehen uns diese Bilder an. Wir reden miteinander, wir informieren unsere Eltern, wir reden mit Freunden darüber und vielleicht bewirkt das etwas.“ Nisa ergänzt: „Wenn etwas einen Preis bekommt, dann wird es bekannter und mehr Menschen interessieren sich dafür. Es haben ja nicht nur Kriegsbilder gewonnen. Wenn ein Bild einen Preis bekommt, dann wollen die Menschen mehr darüber wissen und recherchieren und bekommen so mehr Informationen zu dem Thema.“

Verständnis

Solch eine Ausstellung finden wir sehr wichtig. Wir hören immer nur von etwas. Wir haben aber nie Bilder vor Augen. Wir können das nicht wirklich nachempfinden und verbinden damit nichts. Sobald man jetzt hier in diese Ausstellung geht und diese Bilder sieht, kann man eher verstehen, wie es den Menschen geht, wie die Lage in den Ländern ist. Vielleicht machen sich dann auch mehr Menschen Gedanken darüber und beschließen, sich für etwas zu engagieren. Das wünschen wir uns.

Das Foto „Crying Girl on the Border“ hat die Schüler besonders beeindruckt.

Das Foto „Crying Girl on the Border“ wurde das Weltpressefoto des Jahres 2019. Es ist ein Symbolfoto zur Politik Trumps geworden, weil er dafür gesorgt hat, dass 2400 geflüchtete Kinder an der mexikanischen Grenze von ihren Eltern getrennt wurden.

Das ist das Weltpressefoto 2019.

Der Fotograf hat eher zufällig dieses Foto gemacht. Die Mutter auf dem Foto hatte das Kind auf dem Arm gehabt und weil sie festgenommen wurde, musste sie das Kind absetzen. Es weinte. Dieses Foto wurde aber dann sogar als Titelseite der „Time“ gezeigt – abgeändert, da das Kind nun vor Trump stand. Trump musste aufgrund des großen Drucks die Anordnung wieder zurück nehmen. Später kam heraus, dass genau dieses Kind gar nicht von seiner Mutter getrennt worden war. Nun gab es wieder Schlagzeilen um das Foto. Viele behaupteten, es seien Fake News. So sieht man, dass ein Pressefoto sehr umstritten sein kann. Am Ende ist es aber ein Symbolfoto für die amerikanische Grenzpolitik und hat den Preis „Weltpressefoto 2019“ verdient.

Wissenswertes zur Ausstellung World Press Photo

  • Die World Press Photo Foundation wurde 1955 in den Niederlanden gegründet und ist unabhängig und gemeinnützig.
  • Zu sehen sind in der Wanderausstellung 150 Fotos aus den verschiedenen Kategorien wie „Portraits“ oder „Nature“ oder „Mensch“ sowie „Sport News“ und „General News“.
  • Nur professionelle Fotografen dürfen Fotos am Ende des jeweiligen Jahres einreichen. Sie sollen nicht bearbeitet und können nur in einer Kategorie gestellt sein.
  • In diesem Jahr wurden 78.801 Fotos eingereicht. 42 Fotografen aus 25 Ländern wurden ausgewählt für die Ausstellung. Auch zwei Deutsche sind darunter Es gibt acht Kategorien.
  • Die Ausstellung wird weltweit von über einer Million Besuchern gesehen. Es gibt Einzelpreise für das beste Foto und Preise für die beste Fotoserie. Weltweit ist dieser Wettbewerb einzigartig und der Preis ist sozusagen der Oscar der Pressefotografie.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.