Azubis als Botschafter

Wie informiert man Jugendliche praxisnah darüber, welche großen Chancen eine duale Berufsausbildung bieten kann und was für interessante Berufe es gibt?

Von Sean F.

Am besten werden Schüler über das Thema Ausbildung informiert, indem man die Azubis selbst in die Schulklassen schickt und dort aus ihrem spannenden und abwechslungsreichen Alltag berichten lässt. Die Initiative Berufliche Bildungslotsen der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund, ein von der Regionaldirektion NRW der Agentur für Arbeit gefördertes Projekt, macht es möglich.

Wir Schüler der Klasse 9.1 der Heinrich-Böll-Gesamtschule erhielten im Rahmen des Schulticker-Projektes Besuch von der Industrie- und Handelskammer (IHK). Zu uns in den Unterricht kamen vier Azubi-Botschafter. Das sind junge Auszubildende aus verschieden Unternehmen, die uns ihre Berufsausbildung vorstellten. Anna Keller, 21 Jahre alt, die im ersten Lehrjahr als Fachfrau für Systemgastronomie im Betrieb „Deutsches Fußballmuseum“ ausgebildet wird, gab uns einen Einblick in ihre Berufsausbildung. Sie berichtete über den Alltag und ihre Aufgaben in diesem Beruf.

Unterricht praxisnah: Schüler und Lehrer der Klasse 9.1. der Heinrich-Böll-Gesamtschule hatten im Unterricht Besuch von Azubi-Botschaftern und Vertretern der Industrie- und Handelskammer zu Dortmund (IHK). Foto: Kallenbach

Gute Aufstiegschancen

Als Vorteile stellte sie heraus, dass man sein eigenes Geld verdient und nach der Vollendung der Ausbildung beruflich abgesichert ist. Man lernt selbstständiger zu werden und knüpft neue Kontakte. Beispiele für Betriebe im Bereich Systemgastronomie sind unter anderem McDonalds, Ikea oder auch die DB. Im Beruf Fachfrau für Systemgastronomie werde man mit vielen Tätigkeiten konfrontiert, wie Gäste bedienen, Arbeitsabläufe planen, Waren einkaufen und bestellen, Qualitätskontrollen erfüllen und vieles mehr. Natürlich müssen die allgemeinen Hygiene- und Sicherheitsregeln erlernt und eingehalten werden, betonte Anna Keller.

Nach der Ausbildung habe man gute Aufstiegschancen, um dann zum Beispiel eine Auslandskarriere zu starten. Es werde Eigenverantwortung benötigt, da der Beruf sehr abwechslungsreich sei, erklärte die 21-jährige Auszubildende. Ein weiterer kleiner Vorteil sei das Trinkgeld, das man aber nicht überall in der Systemgastronomie bekomme.

Für diesen Beruf, so Anna Keller, sei besonders Sorgfalt, Genauigkeit, Durchhaltevermögen, Selbstorganisation, Teamgeist, Flexibilität und Kontaktbereitschaft gefragt. Man sollte eine abgeschlossene Schulausbildung haben und müsse ein Gesundheitszeugnis vorlegen. Nicht zu vergessen seien gute Noten in Deutsch, Mathe und Englisch von Vorteil, da Kopfrechnen nicht selten in diesem Beruf vorkomme und auch nicht jeder Gast die deutsche Sprache beherrsche.

750 Euro im ersten Lehrjahr

Zum Thema Gehalt haben wir erfahren: Im ersten Lehrjahr verdient ein Auszubildender in der Systemgastronomie cirka 750 Euro, im zweiten cirka 850 Euro und im dritten cirka 950 Euro. Nach der Ausbildung betrage das Einstiegsgehalt zwischen 1200 bis 1800 Euro, so Anna Keller.

Für ein Praktikum oder eine Ausbildungsstelle werde man mit hoher Wahrscheinlichkeit angenommen, da in der Systemgastronomie stets Mitarbeiter gesucht werden.

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