Allein zu Hause

Erst Geräusche aus der Küche, dann Stromausfall

An einem Tag gingen meine Eltern zu einer Feier. Sie fragten mich, ob ich mit will, aber ich blieb alleine zu Hause. Draußen wurde es immer dunkler und ich machte den Fernseher in meinem Zimmer an, da ich die ungewohnte Stille im Haus nicht länger ertragen konnte.

Auf einmal kamen aus der Küche komische Geräusche, ich bekam tierische Angst. In meinem Magen kribbelte es vor Anspannung, langsam und vorsichtig ging ich in die Küche. Aber dort war nichts. Ich musste mich verhört haben.

Ich ging zurück in mein Zimmer, dort steckte ich das Ladekabel meines Handys in die Steckdose, da der Akku leer war. Doch plötzlich fiel der Strom aus, alles war dunkel. Ich bekam unglaubliche Angst und kroch schnell unter meine Bettdecke. Auf einmal erinnerte ich mich, dass auf meinem Nachtschrank noch eine Taschenlampe stand. Ich nahm sie, machte sie an und schlich mich langsam zum Stromkasten und machte den Strom wieder an. Ängstlich ging ich wieder nach oben und rief meine Mutter an, aber sie ging nicht ans Telefon, egal wie häufig ich es auch probierte. Ein Glück, dass meine Eltern um 0:30 Uhr nach Hause kamen.

Nico Fehrenberg, Enes Gedikli, Glenn Plessmann, Mehmet Ali Seker, 6a, Gesamtschule Schermbeck

Das Ungeheuer im Wald

Wie aus Sammys Hund ein Werwolf wurde

Meine Freundinnen und ich haben uns in der Schule unterhalten. Ich hatte mit Marie abgesprochen, dass wir uns heute verabreden. Als ich mit nach Hause ging und wir dort ankamen, haben wir so schnell gegessen, dass ich Bauchweh bekam. Aber es hatte einen guten Grund. Es ging nämlich ein Gerücht um, dass ein Werwolf im Wald war. Als wir da waren, hatte ich so große Angst, dass ich ein bisschen geweint habe. Ich spürte, dass meine Freundin auch Angst hat. „Lass uns jetzt schnell in den Wald gehen, sonst überlegen wir es uns noch anders.“ Da hörten wir, dass jemand schrie. Ich hatte diesen Schrei schon einmal gehört: ,,Es ist unsere Freundin Sammy, komm schnell, Marie.“

Als wir ankamen, fanden wir Sammy; sie sah so verstört aus, als wenn sie den Werwolf gesehen hätte. Sie sagte schluchzend: ,,Mein Hund ist weggelaufen. Ich weiß nicht, was ich tun soll.“ Aber ich sagte ihr: ,,Du brauchst keine Angst haben. Marie und ich werden dir helfen, deinen Hund zu finden.“ Schnell begannen wir ihn zu suchen. Wir suchten und suchten, aber wir fanden ihn nicht. Da begann es dunkel zu werden. Wir machten uns Sorgen. „Wo kann er nur sein?“, fragte Sammy. „Hoffentlich hat der Werwolf ihn nicht gefressen.“ Da kam irgendetwas auf uns zu. „Was ist das?“, rief Sammy. Wir wurden alle abgeschleckt und wurden auch angesprungen. Es war gruselig. „Was ist das?“, dachten wir alle, aber Sammy sagte: ,,Das ist mein Hund, daher kommt auch das Gerücht, dass es hier einen Werwolf gibt. Er ist mir schon neulich abgehauen und eine Frau dachte, es ist ein Werwolf, doch mein Hund ist kein Werwolf.“

Samantha Latzel, Marie Rosen, Marie-Sophie Willeke, 6a, Gesamtschule Schermbeck

Zwei Beine, vier Hufe – ein Team!

Gedanken einer jungen Reiterin

Ich sah mich um und konnte eine Menge Pferde mit ihren Reitern erkennen. Mein Herz pochte, denn ich wusste, dass ich gleich dran bin. History, mein Pferd, fühlte meine Aufregung und wieherte. Ich stellte mich in die erste Reihe und sah die Teilnehmerin vor mir, die gerade das letzte Hindernis überquerte.

Und dann war es endlich so weit, es war Aufregung pur! Die Jury rief History und mich auf und bat uns, zum Startpunkt zu reiten. Ich merkte die Aufregung von History und sprach zu ihm: „Wir sind ein Team, wir schaffen das! Ich vertraue dir – und du vertraust mir!“ Ich nahm die Zügel an und ritt los.

Sarah Tamme auf ihrem Pferd. Foto: Silvia Tamme

Sarah Tamme auf ihrem Pferd. Foto: Silvia Tamme


Ich spürte seinen Atemzug und er galoppierte an. Und da war es, das erste Hindernis. Schon wieder spürte ich dieses aufregende Kribbeln im Bauch. Ich positionierte mich in den leichten Sitz, gab ihm Zügel und wir sprangen zusammen über das erste Hindernis. Geschafft! Die Hindernisse wurden von Sprung zu Sprung höher und meine Aufregung wuchs mit ihnen. Als das letzte Hindernis kam, sprach ich leise zu History: „Gleich haben wir es geschafft!“

Wir sprangen den ganzen Parcours in Bestzeit. Am Ende unseres Ritts trabte ich mit History raus, wir waren erleichtert, es endlich geschafft zu haben. Alle Leute jubelten, ein unglaubliches Gefühl. Am Ende des Tages gewannen wir den ersten Platz. Ich bekam einen Pokal und History eine Schleife an seine Trense und zusätzlich als kleine Belohnung Leckerchen und Möhrchen. (Die Möhrchen teilten wir uns und wir waren soooooo glücklich.)

WIR SIND EIN UNSCHLAGBARES TEAM!

Anne-Sophie Ostermann, Sarah Tamme, Luna Zöberer, 6a, Gesamtschule Schermbeck

Die Klassenarbeit

Zeugnisnote gerettet

Am Montag nach den Ferien schrieb Jan seine letzte Arbeit im Fach Deutsch. Er war sehr aufgeregt und hatte viel geübt, denn von dieser Arbeit hing seine Deutsch-Note auf dem Zeugnis ab. Jan kam mit großer Angst in den Klassenraum. Als er ihn betrat, stand dort schon sein Lehrer mit den Klassenarbeiten in der Hand. Jan setzte sich auf seinen Platz, sein Herz schlug immer schneller.

Der Lehrer verteilte die Arbeiten, besprach kurz die einzelnen Aufgaben und sagte schließlich: ,,Ihr habt 45 Minuten Zeit. Viel Erfolg!“ Es ging los, die ersten beiden Aufgaben erledigte er mit Leichtigkeit. Aber ab der dritten Nummer kam er ins Schwitzen …

Schnell war die Zeit um – und er hatte nur fünf von sechs Aufgaben gelöst. Am Ende der letzten Unterrichtsstunde ging er betrübt nach Hause. Als er von seiner Mutter gefragt wurde, was denn los sei, erzählte er ihr traurig von der schlechten Arbeit.

Eine Woche später …

Jan ging aufgeregt zur Schule, heute sollte es die Klassenarbeiten zurückgeben. Schnell setzte er sich hin und wartete. Endlich kam der Lehrer mit den Arbeiten unter dem Arm durch die Tür herein. Er sah nicht zufrieden aus. Dann wurden die Arbeiten ausgeteilt. Jan öffnete sein Heft und sah ein „Gut (2)“. Er freute sich riesig.

Nach der letzten Stunde rannte er wie ein Verrückter nach Hause und zeigte die Arbeit stolz seinen Eltern.

Verfasst von: Florian Döing, Leon Hilgenberg, Nico Hilgenberg, Jan Scholthoff, Niklas Stenkamp, 6a, Gesamtschule Schermbeck

Wo ist das Kaninchen?

Ein neuer Freund für Kolda

An einem Samstag suchten mein Freund und ich das kleine Kaninchen Kolda. Wir riefen das Kaninchen überall, doch es kam nicht. Es hatte seine Möhre nicht gegessen, deswegen waren wir uns sicher, dass es weg ist. Ich hatte ein sehr schlechtes Gefühl im Bauch. Mein Freund Hannes rief: „Ey, ich habe was gefunden!“ Ich ging flink zu ihm. Er hatte Spuren gefunden. Ich sagte: „Das ist die Spur von Kolda, er muss heute Morgen hier langgehoppelt sein.“ Wir folgten den Spuren, bis mein Freund wieder etwas gefunden hatte. Diesmal war es aber nur ein Stein. Ich war so verzweifelt: „Was soll ich nur Mama sagen?“ Wir gingen an Bäumen, Steinen, Rehen und Höhlen vorbei, bis wir ein wenig Fell von Kolda gefunden hatten. Hannes sagte: „Ist er etwa tot?“

Wir wollten gerade aufgeben, als plötzlich das Gebüsch raschelte. Wir hatten Angst, dass uns gleich ein Wildschwein umrennen würde. Das Kribbeln wurde immer heftiger. Ich schloss meine Augen und machte sie erst wieder auf, als ich meinen Freund rief: „Das ist Kolda, kein Wildschwein!“ Ich freute mich, als ich Kolda wieder in meine Arme schließen konnte. Ich fragte mich, warum er weggehoppelt war, doch da fiel mir auf, dass hinter Kolda noch ein Kaninchen war. Kolda sprang von mir runter und hoppelte zu dem anderen Kaninchen. Mochte Kolda das andere Kaninchen? Wir schauten uns verwundert an. Schließlich entschlossen wir uns, dass andere Kaninchen mitzunehmen. Hannes nannte es Koldrin. Seit dem haben wir quasi eine Kaninchenfarm.

Das war das Beste, was uns je passiert ist.

Max-Jonas Haase, Connor Konietzka, Clemens Meier, 6a, Gesamtschule Schermbeck

Elternpetztag

Schwindelei aus Angst vor Ärger

Ich ging am Montagmorgen wie immer in die Schule. Auf meinem Tisch sah ich einen Zettel und guckte ihn mir an: Oh nein, es war der Elternsprechtagszettel, auf den meine Mutter – im Gegensatz zu mir – schon sehnsüchtig wartete!

Als ich nach Hause ging, fragte meine Mutter natürlich wieder, ob wir die Einladung zum Elternprechtag nicht endlich mal bekommen hätten. Ich antwortete ohne groß zu überlegen, jedoch mit Bauchschmerzen: „Den haben wir noch nicht bekommen.“ In den nächsten Tagen quetschte meine Mutter mich immer wieder aus. Schließlich gab ich ihr den Zettel, gab jedoch vor, dass unsere Mathelehrerin krank sei und sie deshalb nicht zu ihr könne. Sie antwortete: „Na schön, dann gehe ich halt nur zu deinem Klassenlehrer.“ Ein Stein fiel mir vom Herzen.

Als ich den Zettel jedoch am nächsten Morgen in der Schule meinem Klassenlehrer gab, fragte er mich: „Diesmal nicht bei Frau Schneider in Mathe?“ Ich antwortete leise mit einem ganz schlechten Gewissen: „Ne, diesmal nicht.“

Als ich zwei Tage später von der Schule nach Hause kam, war meine Mutter nicht da, aber es lag ein Zettel auf dem Küchentisch: „Hallo Johanna, mach dir die Nudeln warm, ich geh direkt von der Arbeit zum Elternsprechtag.“ Ich dachte nur: „MIST!“, und machte mir mürrisch das Essen warm. Lustlos mampfte ich die trockenen Nudeln. Fluchend piekste ich die letzte Frikadelle auf. Ich verkroch mich in meinem Zimmer und wartete auf den Ärger. Es klingelte und ich ging mit pochendem Herzen zur Haustür. Aber es war nur der Briefträger und ich nahm das Paket an. In dem Moment schoss das Auto meiner Mutter um die Ecke. Stocksauer trampelte meine Mutter auf mich zu. Noch bevor ich etwas sagen konnte, knallte sie die Tür zu und schrie mir ins Gesicht: „Was hast du dir nur dabei gedacht?!?“ Ich fing an zu weinen und schluchzte: „Es tut mir leid! Ich hatte nur Angst, dass du sauer bist, wenn ich schlechte Noten habe!“

Sie sagte: „Ach, Zuckerwürfelchen. Über deine schlechten Noten bin ich nicht sauer, sondern darüber, dass du mich angelogen hast – und ich hoffe, dass das nie wieder passieren wird.“ Sie nahm mich in den Arm und küsste mir auf die Wange.

Jasmin Cappell, Jan Daunheimer, Alicia Hilgenberg, Nils Lewerenz, Anne-Lena Ostermann, Johanna Timmermann, 6a, Gesamtschule Schermbeck

Blinde Liebe

Entschluss nach durchwachter Nacht

Isabel und Emma liefen durch die Stadt. Emma sagte: „Du weißt ja, ich muss noch einkaufen. Wartest du hier oder kommst du mit?“ „Ich warte hier“, sagte Isabel und setzte sich mit ihrem Handy auf eine Bank.

Etwas später bemerkte sie auf einmal einen Jungen, der mit geschlossenen Augen neben ihr saß. Sie fand es witzig, so zu tun, als wenn sie ihn boxen würde, doch dann kam eine Antwort: „Ich spüre das trotzdem.“ Sie erschrak. „Wieso hast du dann die Augen zu?“ „Meine Augen sind zu, weil ich blind bin, aber das bedeutet nicht, dass ich dich nicht spüren kann.“ „Blind?“, fragte Isabel und rückte ein Stück weg.

Plötzlich kam Emma mit einer großen Einkaufstüte um die Ecke: „Oh Paul, was machst du denn hier? Anscheinend habt ihr euch schon kennengelernt. Also Isabel, das ist Paul – und Paul, das ist Isabel, wir sind Nachbarn. Wir müssen jetzt aber gehen, denn wir essen gleich. Hast du vielleicht Lust, mitzukommen?“ „Gerne.“

Nach dem Essen brachte Isabel Paul nach Hause: „Bis dann, Paul, wir sehen uns morgen.“ Nach diesen Worten drehte sie sich um und wollte gehen, doch als sie merkte, dass Paul noch etwas sagt, blieb sie stehen und hörte heimlich zu. „Isabel, als wir uns heute getroffen und geredet haben, hatte ich so ein Kribbeln im Bauch.“

In Isabels Kopf spielten die Gedanken verrückt, als sie endgültig nach Hause lief. Sie dachte nur noch an Paul. Sie erzählte Emma nichts davon, weil sie sich schämte. Aber sie war auch unglaublich glücklich. Am liebsten hätte sie es ihm auch gesagt, aber sie traute sich nicht. „Er ist doch blind! Kann das was werden?“, dachte sie sich. Und auch Emma konnte in dieser Situation nicht helfen. Isabel lag die ganze Nacht wach und dachte darüber nach, ob sie Paul sagen soll, dass sie ihn auch mag.

Am Ende der Nacht stand ihr Entschluss: „Ja, ich trau mich, es zu wagen!“

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

Marie Huf, Mariella Kruse, Amelie Rotering, Leonie Wieschus, 6a, Gesamtschule Schermbeck

Das große Kribbeln im Bauch

Mit dem Pony Viva aufs Siegertreppchen

Philine Stephan mit ihrem Pony Kantje’s Ramona. Foto: Charlott Stephan

Philine Stephan mit ihrem Pony Kantje’s Ramona. Foto: Charlott Stephan

Kribbeln im Bauch – ja, das braucht man als Reiterin. Aber so ein großes Kribbeln hatte ich wohl noch nie!

Ich habe mit meiner Ponystute Kantje’s Ramona, die alle immer nur Viva rufen, an einer Ponystilprüfung der Klasse A* an unserem Reiterverein Lippe-Bruch Gahlen teilgenommen. Meine erste Prüfung in dieser Klasse – uff! Ich war so schon aufgeregt, aber als ich dann gehört habe, dass viele der anderen Teilnehmer schon höher gesprungen sind, wurde das Kribbeln langsam, aber sicher stärker … Es waren einige Teilnehmer vor mir dran – auch viele, von denen, die mir vorher erzählt haben, dass sie schon höher gesprungen sind –, und viele Pferde verweigerten den Sprung und waren raus oder bekamen Strafpunkte. Das machte mich verdammt nervös!

Als ich in die Halle ritt und alle klatschten, hatte ich das Gefühl, dass mein Herz mir gleich in die Hose rutscht. „Hals und Beinbruch“ hörte ich eine Freundin rufen. Das macht man ja so – aber in diesem Moment dachte ich wirklich, es passiert gleich. Augen zu und durch. Als ich mit dem Parcours fertig war, klatschten alle laut und jubelten. Ich habe tatsächlich keinen Fehler gemacht, eine gute Wertenote bekommen und mich mit neun anderen Teilnehmern für die nächste Runde – ein A**-Springen – qualifiziert. Ich fiel zuerst Viva um den Hals, dann meiner Mutter und zu guter Letzt meiner Freundin. Auch in diesem Moment spürte ich ein wahnsinniges Kribbeln im Bauch. Von der zweiten Runde, die drei Stunden später anfing, erwartete ich nicht so viel – ich war froh mich qualifiziert zu haben.

Doch dann ging es los. Und da war es wieder, dieses wahnsinnige Kribbeln im Bauch. Bei der Besichtigung des Parcours klopfte mein Herz noch schneller als beim ersten Mal. Die Sprünge waren so viel höher, so hoch bin ich noch nie gesprungen. Meine Mama, deren Herz vermutlich noch schneller als meins schlug, sagte zu mir, dass ich nicht starten müsste, wenn ich zu große Angst hätte. Aber das große Kribbeln und mein Kampfgeist hatten mich gepackt: Ich wollte unbedingt springen! Und es hat sich gelohnt: Ich wurde Erste! Ich bekam eine goldene Schleife und eine tolle Pferdedecke. Und damit nicht genug: Es ging noch weiter, in das Finale um die Kreismeisterschaft. Ich hatte noch nie so ein starkes Kribbeln im Bauch wie an diesem Tag. Und wieder ging es höher. Doch auch das schafften mein Pony und ich – wir wurden Zweite! Somit war ich Vizekreismeisterin.

Das große Kribbeln im Bauch war perfekt. Am Abend hatte ich ein bisschen Bauchschmerzen von so viel Kribbeln im Bauch … Ich bin so unendlich stolz auf mein Pony und auch wenn ich heute an diesen Moment denke, bekomme ich ein bisschen Kribbeln im Bauch.

Alena Stephan und Philine Stephan, 7e, Gesamtschule Schermbeck