Verantwortungsbewusster Journalismus

Geschichten hinter den Geschehnissen sehen: Realschüler besuchen die Redaktion

Von Klasse 8b, Droste-Hülshoff-Realschule

DORTMUND Die Klasse 8 b der Droste-Hülshoff-Realschule hört konzentriert zu. Über ihre Fragen sind sich die Kinder im Klaren, schon Anfang der Woche im Unterricht haben sie Notizen aufgeschrieben.

Die Schüler der Klasse 8b der Droste-Hülshoff-Realschule besuchen Redakteur Peter Bandermann (7.v.r.) im Pressehaus. FOTO HAGEMEISTER

Wie gelingt es einem Journalisten, aus hochemotionalen Situationen und sensiblen Interviews einen Artikel zu schreiben, der später in der Öffentlichkeit steht? Wie behält er die nötige Ruhe, wenn sein Gesprächspartner ergriffen ist? Wie entscheidet er, welche Informationen wichtig sind – und welche er auslassen kann? Weiterlesen

Privatsphäre respektieren

Hans-Jürgen Robertz leitet seit 22 Jahren das Altenzentrum

Dortmund. Hans-Jürgen Robertz ist seit 22 Jahren Leiter des Altenzentrums St. Ewaldi. Er hat auf Lehramt studiert und hatte zunächst andere berufliche Vorstellungen. Als er aber Einblick in die Arbeit mit alten Menschen bekam und feststellte, dass er seine Ziele auch dort verfolgen konnte, blieb er. Zu seinen Aufgaben zählen unter anderem die Verwaltung, Leitung und Förderung des Personals.
St. Ewaldi sieht sich nicht als geschlossene Gesellschaft, jeder kann kommen und gehen, wann er möchte. Hans-Jürgen Robertz betont, wie wichtig es ist, die Privatsphäre der Menschen zu respektieren. Man sollte die Bewohner mit ihrem Nachnamen ansprechen und an der Tür klopfen, wenn man in ihr Zimmer kommt.

Rundgang der Schülergruppe mit Chef Hans-Jürgen Robertz: Das St. Ewaldi-Altenzentrum bietet seinen Bewohnern viel Lebensqualität. Dazu gehören neben einem grünen Garten mit Teich auch eine Dachterrasse. FOTO Hagemeister

Rundgang der Schülergruppe mit Chef Hans-Jürgen Robertz: Das St. Ewaldi-Altenzentrum bietet seinen Bewohnern viel Lebensqualität. Dazu gehören neben einem grünen Garten mit Teich auch eine Dachterrasse. FOTO Hagemeister

Und das bietet das Altenzentrum:

  • 120 vollstationäre Plätze in 98 Einzel- und elf Doppelzimmern
  • Zwölf Kurzzeitpflegeplätze in sechs Einzel- und drei Doppelzimmern
  • Zimmer mit Vor- und Wohnschlafraum, Dusche, WC, Telefon, TV, Notrufanlage
  • Seelsorgliche Betreuung, Hauskapelle
  • Soziale Betreuung, Freizeitangebote
  • Fußpflege, Frisör, Schneiderei
  • Getränke-, Wäsche- und Reinigungsservice
  • 30 altengerechte Wohnungen
  • Caféteria mit angeschlossenem Mittagstisch

Von Kamer Türkmen, Christina Banasiak und Melina Veelmann aus der Klasse 10a der Droste-Hülshoff-Realschule

Von Langeweile keine Spur

Jung trifft Alt im Caritas-Altenzentrum St. Ewaldi

Dortmund. „Ein Altenzentrum muss sich nach außen öffnen, um am Leben teilzunehmen“, sagt Hans-Jürgen Robertz. Er ist der Leiter des Caritas-Altenzentrums St. Ewaldi in Aplerbeck und hat uns Schülern der Klasse 10 a der Droste-Hülshoff-Realschule einiges über seine Arbeit erklärt.

Schulticker-Partner Caritasverband Dortmund hat uns eingeladen, die Einrichtung zu besuchen und Bewohner und Mitarbeiter kennenzulernen. 1987 eröffnete das Altenzentrum St. Ewaldi. Die Bewohner kommen aus dem Umkreis und freuen sich, wenn sie von der Dachterrasse des Hauses die Umgebung erblicken können: Aplerbeck, Berghofen, Innenstadt, Schwerte, Schüren und Lünen.

89 Jahre im Durchschnitt

Zunächst wohnten 189 Bewohner mit einem Durchschnittsalter von 80 Jahren im Altenzentrum. Da es aber von 2011 bis 2013 umgebaut wurde, um die Privatsphäre zu erhalten, gibt es jetzt mehr Einzelzimmer. Heute leben hier 132 Bewohner mit einem Durchschnittsalter von 89 Jahren.
Für viele Menschen ist die Kurzzeitpflege der erste Einblick ins Altenzentrum. Senioren, die nach einem Krankenhausaufenthalt vorübergehend gepflegt werden müssen oder deren pflegende Familienmitglieder für kurze Zeit ausfallen, lernen die Einrichtung kennen und können sich umso besser entscheiden, ob sie dort einziehen möchten. Es gibt vier Etagen, auf jeder Etage zwei Esszimmer mit einer eigenen Küche, und jedes Zimmer hat einen eigenen Balkon.

Einrichtungsleiter Hans-Jürgen Robertz führt die Schülerinnen der Droste-Hülshoff-Realschule durch das Altenzentrum St. Ewaldi. FOTO Hagemeister

Einrichtungsleiter Hans-Jürgen Robertz führt die Schülerinnen der Droste-Hülshoff-Realschule durch das Altenzentrum St. Ewaldi. Foto: Hagemeister

Im Altenzentrum St. Ewaldi gibt es ein sehr vielfältiges Programmangebot, an dem auch Leute von außerhalb teilnehmen können. Es werden Musikfeste und Trödelmärkte oft auch im Garten angeboten. Es gibt eine Kegelbahn und eine Kapelle. Zudem gibt es einen eigenen Chor und einen Gedächtniskurs. Außerdem werden Fußballspiele in einem Raum gezeigt, wo auch Gymnastikkurse angeboten werden. Dienstagmorgens werden im Altenzentrum Kinder im Alter von null bis drei Jahren betreut. Daran haben auch die älteren Menschen viel Spaß.

Pfleger aus verschiedenen Ländern

Die Altenpfleger kommen aus unterschiedlichen Ländern in Europa und Afrika. Daher werden im Altenzentrum auch unterschiedliche Sprachen gesprochen. Denn in St. Ewaldi ist jeder willkommen.

Wir fanden die Exkursion sehr aufschlussreich und können mit Überzeugung sagen, dass die oft erwähnten Klischees, wie ein langweiliges Leben im Altenheim, nicht der Wahrheit entsprechen.

Von Kamer Türkmen, Christina Banasiak und Melina Veelmann, Klasse 10a, Droste-Hülshoff-Realschule

Adrenalin pur: Trau dich!

Angst überwinden und den Moment genießen

Kennst du das Gefühl, dass du so glücklich bist, dass du schreien könntest? So ist das Gefühl von Adrenalin. Man kriegt so ein starkes Bauchkribbeln, dass man platzen könnte!

Das ist so wie tausend kleine Stiche, aber es sind tolle Stiche! Man hat Kribbeln im Bauch, wenn man verliebt ist, zum Beispiel in einen hübschen Jungen oder in ein hübsches Mädchen.

Man hat Kribbeln im Bauch, wenn man vor einem Abgrund steht und springen will.

Man hat Kribbeln im Bauch, wenn man in einer Achterbahn sitzt und sie losfährt. Und natürlich, wenn man im Schwimmbad auf dem 3er oder 10er steht und man nur denkt: Mist, bei „TV total Turmspringen“ sieht das voll einfach aus.

Noch mal ein kleiner Tipp von der 7b: Selbst wenn du Kribbeln im Bauch hast, weil du Angst hast, musst du dich einfach konzentrieren und deine Angst überwinden und Spaß haben, denn sonst denkst du nur: Mist, warum habe ich mich nicht getraut.

Sevval Kulik und Maik Girnth (Text) sowie Sevval Kulik (Zeichnungen), 7b, Droste-Hülshoff-Realschule

Was ist Kribbeln im Bauch?

Hunger, Glück, Erregung

Zeichnung: Ilayda Topcu

Zeichnung: Ilayda Topcu

Das Kribbeln im Bauch kann vieles bedeuten, zum Beispiel Hunger, Glücksgefühle, sexuelle Erregung, dass man verliebt oder aufgeregt ist. Oft wird es auch mit dem Ausdruck „Schmetterlinge im Bauch haben“ bezeichnet. Übrigens: Im Bauch werden viele Botenstoffe erzeugt, die für unsere Gefühle verantwortlich sind. Und das kann sich dann wie ein Kribbeln anfühlen.

Nicki Rose und Marc Kuhn, 7b, Droste-Hülshoff-Realschule

Wann hattest du zuletzt Kribbeln im Bauch?

Von Deutscharbeit bis Elfmeter

Wann hattest du zuletzt Kribbeln im Bauch?

Sevval: … na, als wir die Deutscharbeit geschrieben haben.

Sky: … als ich Achterbahn gefahren bin. Ich dachte, dass ich runterfliege.

Joline: … als wir neulich in der 5. Stunde anklopfen mussten und die ganze Klasse schon im Raum war.

Justin: … ganz ehrlich? Als ich verliebt war.

Amelia: … als ich mit meinem Freund zusammen war, aber ihn lange nicht gesehen hatte.

Kimberly: … als ich im Fußballspiel einen Elfmeter schießen musste.

Kübra Babur, 7b, Droste-Hülshoff-Realschule

Pro und Kontra

Ist Kribbeln im Bauch ein gutes oder ein schlechtes Gefühl?

Pro:

„Kribbeln im Bauch ist ein gutes Gefühl, weil man es häufig in der Liebe hat.“ Lukas Lotze

„Kribbeln im Bauch ist ein gutes Gefühl, wenn man sich auf etwas besonders freut.“ Marcel Nowak

„Manchmal hat man Kribbeln im Bauch, wenn man sich gut fühlt oder wenn man aufgeregt ist. Das ist natürlich gut.“ Berdan Yildirim

Foto: Lukas Lotze

Foto: Lukas Lotze

Kontra:

„Man kann Kribbeln im Bauch auch in ungünstigen Situationen bekommen.“ Lukas Lotze

„Manchmal ist Kribbeln im Bauch kein gutes Gefühl, weil man es nicht kontrollieren kann.“ Marcel Nowak

„Manchmal ist Kribbeln im Bauch nicht so gut, zum Beispiel wenn man es mit Fehlern verbindet, die man gemacht hat.“ Berdan Yildirim

Lukas Lotze, Berdan Yildirim, Marcel Nowak, 7b, Droste-Hülshoff-Realschule

Kribbeln im Bauch

Am besten, man entscheidet sich für das, was sich gut anfühlt

Nils kam aus der Schule und erzählte seiner Mutter, was er mit den Freunden aus seiner Klasse besprochen hatte.
„Mama, wir gehen morgen in einen Freizeitpark. Darf ich mit? Bitte?“

„Ja, klar!“

Die Nacht ging vorbei, er hatte nicht schlafen können, weil er so aufgeregt war. Das Kribbeln im Bauch wollte einfach nicht aufhören. Er war auf all den Achterbahnen, von denen die anderen so fachmännisch sprachen, nämlich noch nie gewesen. Nils packte schnell die letzten Sachen in seine Tasche. Da rief ihn seine Mutter: „Komm! Wir müssen fahren.“

Am Freizeitpark standen auch schon seine Freunde und begrüßten ihn fröhlich. Sie gingen zuerst auf die Wildwasserbahn.
Dann zu dem TOWER!!!!

Nils fühlte sich auf einmal nicht wohl, aber er traute sich nicht, etwas zu sagen. Er fürchtete, dass seine Freunde ihn dann auslachen würden, und dachte sich: OOOH, nein, was soll ich jetzt nur tun? Doch seine Füße gingen mit, wie von selbst. Schon standen alle am Eingang. Da, plötzlich, haute Nils ab. Er lief einfach weg, nahm den Bus und fuhr nach Hause.

Seine Mutter fragte ihn, warum er jetzt schon da sei.
„Na ja, ich wollte nicht mit auf den Tower“, gab er schließlich zu.
„Das hättest du deinen Freunden ruhig sagen können. Die wären schon nicht sauer gewesen!“
Nils nahm sich vor, sich am nächsten Tag in der Schule zu entschuldigen und den anderen alles zu erklären.

Tatsächlich, sie waren nicht böse auf ihn. Darum verabredeten sie sich noch einmal für den Freizeitpark. Und dieses Mal durfte Nils entscheiden, auf welche Achterbahnen sie gemeinsam gingen.

Die Moral: Man sollte das machen, was man will, und immer mit den Freunden darüber reden. Ende gut, alles gut.

Kimberly Becker, 7b, Droste-Hülshoff-Realschule

Ein ganz alter Witz … oder?

Unerwarteter Besuch von Roman

Ich hörte wie immer mein Lieblingslied im Bus: „One call away!“ Aber irgendwie fühlte ich mich von jemandem beobachtet. Vielleicht war es Florian? Oder Roman?

Nein, das konnte nicht sein. Sie waren YouTuber aus dem Let’s Play-Bereich! Aber Lars guckte auch auffällig! Er war ein guter Freund von Roman und Flo! Hm …

Da hörte ich so ein unangenehmes Geräusch. Ich schaute auf mein Handy, waaaas? 7:00 Uhr? Alles war nur geträumt? Ich ging traurig in die Schule. Als ich um 11:35 Uhr wiederkam, wartete ich noch eine Stunde und 25 Minuten auf das Video von Roman. Und als Mama mich zum Essen rief, sagte sie auch gleich noch, Roman sei da. Ich antwortete gelangweilt, dass der Witz alt sei!

Damit verschwand sie aus der Tür. Aber keine halbe Minute später kam Roman in mein Zimmer. Mama sagte, er sei der Sohn ihrer Freundin. Ich konnte es nicht fassen! ER?

Zuerst dachte ich: Das sagst du sofort Lina … oder. Nein, es bleibt geheim! Das war ein Kribbeln im Bauch!

Neele Kowalke, 7b, Droste-Hülshoff-Realschule

Kribbeln im Bauch

Ein Familientag im „Phantasialand“

„Aufstehen“, rief mein Vater und ich rappelte mich langsam auf. „Warum soll ich denn so früh aufstehen?“ Da fiel es mir wieder ein. Wir fahren ja in das Phantasialand!

Rasch zog ich meine Hose an und rannte ins Bad. Noch nie war ich so schnell mit Waschen und Zähneputzen fertig. Auf der Autofahrt sang ich Lieder aus dem Radio. Als wir endlich da waren, hörte ich schon Juchzer aus den Achterbahnen. Ich war so aufgeregt und wollte unbedingt in den Park … und gleich auf die „Black Mamba“! Doch mein Vater wollte erst einmal zu der neuen Achterbahn. Sie war so hoch, dass mir schon ganz schummrig wurde. Aber ich traute mich dann doch hinein. Es war so cool, ich fuhr dreimal mit. Dann durfte ich endlich auf die „Black Mamba“, das ist eine richtig coole und schnelle Achterbahn.

Der Tag war noch so schön und als wir abends wieder gingen nach der tollen Abschluss-Show, freute ich mich schon auf das nächste Mal!

Nelli Kopitzke, Joline Illinger und Amelia Nowak, 7b, Droste-Hülshoff-Realschule