Wo der Kamin zur Nase wird

Imposante Kunstwerke im Theater-Museum Dalí in Figueres

Von Melissa Philipp, 8b, Friedrich-Bährens-Gymnasium Schwerte

Das Theater-Museum Dalí in Figueres ist das einzige surrealistische Museum der Welt. Und neben dem Prado gehört es zu Spaniens meistbesuchten Museen. Es befindet sich im ehemaligen Stadttheater, einem Bauwerk aus dem 19. Jahrhundert, welches am Ende des spanischen Bürgerkriegs zerstört wurde. Salvador Dalí entschloss sich im Jahr 1960, auf den Ruinen des Theaters ein Museum zu erbauen.

Das Theater-Museum Dalí. Foto: Melissa Philipp

Zwei Bilder hängen nebeneinander an der Wand, dazwischen steht ein seltsam aussehender Kamin und mitten im Raum ein rotes geschwungenes Sofa. Wie so oft fragt man sich, was der Künstler damit darstellen wollte. Erst wenn man eine kleine Treppe hinaufsteigt und durch eine große Linse auf das Gesamtbild schaut, erkennt man ein Gesicht. Mit den Bildern, die an der Wand zu Augen werden, dem Kamin, der zur Nase wird, dem Sofa, das zu Lippen wird, und einem drapierten Vorhang, der die blond gelockten Haare bildet, wollte der Bühnenbildner die Hollywood-Diva Mae West darstellen. Für dieses faszinierende 3D-Kunstwerk ließ Salvador Dalí das Lippensofa 1972 speziell für sein Teatre-Museu anfertigen.

Das 3D-Kunstwerk. Foto: Melissa Philipp

Zwei in einem

Ins Staunen gerät man bei dem Bild der Gala, die auf das Mittelmeer schaut. Dalí malte dieses Bild im Jahr 1976; zu sehen ist seine Ehefrau Helena, genannt Gala, die er 1929 in Paris kennengelernt hatte. Das Besondere jedoch an diesem Gemälde ist, dass es sich aus etwa 30 Metern Entfernung in das Porträt des US-Präsidenten Abraham Lincoln verwandelt.

Gala als Abraham Lincoln.
Foto: Melissa Philipp

Es lohnt sich

An diesem Museum sind aber nicht nur die Kunstwerke an sich bemerkenswert, sondern dass Dalí sie extra für sein Museum geschaffen hat. Es wurde nicht alles irgendwie zusammengetragen und irgendwo hingestellt, jedes Kunstwerk wurde eigens für dieses Museum geplant. Obwohl wenig Platz im Museum war, weil so viele Besucher im Sommer dorthin kamen und man eine lange Wartezeit einplanen musste, hat sich der Besuch auf jeden Fall gelohnt.

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