Elternpetztag

Schwindelei aus Angst vor Ärger

Ich ging am Montagmorgen wie immer in die Schule. Auf meinem Tisch sah ich einen Zettel und guckte ihn mir an: Oh nein, es war der Elternsprechtagszettel, auf den meine Mutter – im Gegensatz zu mir – schon sehnsüchtig wartete!

Als ich nach Hause ging, fragte meine Mutter natürlich wieder, ob wir die Einladung zum Elternprechtag nicht endlich mal bekommen hätten. Ich antwortete ohne groß zu überlegen, jedoch mit Bauchschmerzen: „Den haben wir noch nicht bekommen.“ In den nächsten Tagen quetschte meine Mutter mich immer wieder aus. Schließlich gab ich ihr den Zettel, gab jedoch vor, dass unsere Mathelehrerin krank sei und sie deshalb nicht zu ihr könne. Sie antwortete: „Na schön, dann gehe ich halt nur zu deinem Klassenlehrer.“ Ein Stein fiel mir vom Herzen.

Als ich den Zettel jedoch am nächsten Morgen in der Schule meinem Klassenlehrer gab, fragte er mich: „Diesmal nicht bei Frau Schneider in Mathe?“ Ich antwortete leise mit einem ganz schlechten Gewissen: „Ne, diesmal nicht.“

Als ich zwei Tage später von der Schule nach Hause kam, war meine Mutter nicht da, aber es lag ein Zettel auf dem Küchentisch: „Hallo Johanna, mach dir die Nudeln warm, ich geh direkt von der Arbeit zum Elternsprechtag.“ Ich dachte nur: „MIST!“, und machte mir mürrisch das Essen warm. Lustlos mampfte ich die trockenen Nudeln. Fluchend piekste ich die letzte Frikadelle auf. Ich verkroch mich in meinem Zimmer und wartete auf den Ärger. Es klingelte und ich ging mit pochendem Herzen zur Haustür. Aber es war nur der Briefträger und ich nahm das Paket an. In dem Moment schoss das Auto meiner Mutter um die Ecke. Stocksauer trampelte meine Mutter auf mich zu. Noch bevor ich etwas sagen konnte, knallte sie die Tür zu und schrie mir ins Gesicht: „Was hast du dir nur dabei gedacht?!?“ Ich fing an zu weinen und schluchzte: „Es tut mir leid! Ich hatte nur Angst, dass du sauer bist, wenn ich schlechte Noten habe!“

Sie sagte: „Ach, Zuckerwürfelchen. Über deine schlechten Noten bin ich nicht sauer, sondern darüber, dass du mich angelogen hast – und ich hoffe, dass das nie wieder passieren wird.“ Sie nahm mich in den Arm und küsste mir auf die Wange.

Jasmin Cappell, Jan Daunheimer, Alicia Hilgenberg, Nils Lewerenz, Anne-Lena Ostermann, Johanna Timmermann, 6a, Gesamtschule Schermbeck

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