Das große Kribbeln im Bauch

Mit dem Pony Viva aufs Siegertreppchen

Philine Stephan mit ihrem Pony Kantje’s Ramona. Foto: Charlott Stephan

Philine Stephan mit ihrem Pony Kantje’s Ramona. Foto: Charlott Stephan

Kribbeln im Bauch – ja, das braucht man als Reiterin. Aber so ein großes Kribbeln hatte ich wohl noch nie!

Ich habe mit meiner Ponystute Kantje’s Ramona, die alle immer nur Viva rufen, an einer Ponystilprüfung der Klasse A* an unserem Reiterverein Lippe-Bruch Gahlen teilgenommen. Meine erste Prüfung in dieser Klasse – uff! Ich war so schon aufgeregt, aber als ich dann gehört habe, dass viele der anderen Teilnehmer schon höher gesprungen sind, wurde das Kribbeln langsam, aber sicher stärker … Es waren einige Teilnehmer vor mir dran – auch viele, von denen, die mir vorher erzählt haben, dass sie schon höher gesprungen sind –, und viele Pferde verweigerten den Sprung und waren raus oder bekamen Strafpunkte. Das machte mich verdammt nervös!

Als ich in die Halle ritt und alle klatschten, hatte ich das Gefühl, dass mein Herz mir gleich in die Hose rutscht. „Hals und Beinbruch“ hörte ich eine Freundin rufen. Das macht man ja so – aber in diesem Moment dachte ich wirklich, es passiert gleich. Augen zu und durch. Als ich mit dem Parcours fertig war, klatschten alle laut und jubelten. Ich habe tatsächlich keinen Fehler gemacht, eine gute Wertenote bekommen und mich mit neun anderen Teilnehmern für die nächste Runde – ein A**-Springen – qualifiziert. Ich fiel zuerst Viva um den Hals, dann meiner Mutter und zu guter Letzt meiner Freundin. Auch in diesem Moment spürte ich ein wahnsinniges Kribbeln im Bauch. Von der zweiten Runde, die drei Stunden später anfing, erwartete ich nicht so viel – ich war froh mich qualifiziert zu haben.

Doch dann ging es los. Und da war es wieder, dieses wahnsinnige Kribbeln im Bauch. Bei der Besichtigung des Parcours klopfte mein Herz noch schneller als beim ersten Mal. Die Sprünge waren so viel höher, so hoch bin ich noch nie gesprungen. Meine Mama, deren Herz vermutlich noch schneller als meins schlug, sagte zu mir, dass ich nicht starten müsste, wenn ich zu große Angst hätte. Aber das große Kribbeln und mein Kampfgeist hatten mich gepackt: Ich wollte unbedingt springen! Und es hat sich gelohnt: Ich wurde Erste! Ich bekam eine goldene Schleife und eine tolle Pferdedecke. Und damit nicht genug: Es ging noch weiter, in das Finale um die Kreismeisterschaft. Ich hatte noch nie so ein starkes Kribbeln im Bauch wie an diesem Tag. Und wieder ging es höher. Doch auch das schafften mein Pony und ich – wir wurden Zweite! Somit war ich Vizekreismeisterin.

Das große Kribbeln im Bauch war perfekt. Am Abend hatte ich ein bisschen Bauchschmerzen von so viel Kribbeln im Bauch … Ich bin so unendlich stolz auf mein Pony und auch wenn ich heute an diesen Moment denke, bekomme ich ein bisschen Kribbeln im Bauch.

Alena Stephan und Philine Stephan, 7e, Gesamtschule Schermbeck

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.