Blinde Liebe

Entschluss nach durchwachter Nacht

Isabel und Emma liefen durch die Stadt. Emma sagte: „Du weißt ja, ich muss noch einkaufen. Wartest du hier oder kommst du mit?“ „Ich warte hier“, sagte Isabel und setzte sich mit ihrem Handy auf eine Bank.

Etwas später bemerkte sie auf einmal einen Jungen, der mit geschlossenen Augen neben ihr saß. Sie fand es witzig, so zu tun, als wenn sie ihn boxen würde, doch dann kam eine Antwort: „Ich spüre das trotzdem.“ Sie erschrak. „Wieso hast du dann die Augen zu?“ „Meine Augen sind zu, weil ich blind bin, aber das bedeutet nicht, dass ich dich nicht spüren kann.“ „Blind?“, fragte Isabel und rückte ein Stück weg.

Plötzlich kam Emma mit einer großen Einkaufstüte um die Ecke: „Oh Paul, was machst du denn hier? Anscheinend habt ihr euch schon kennengelernt. Also Isabel, das ist Paul – und Paul, das ist Isabel, wir sind Nachbarn. Wir müssen jetzt aber gehen, denn wir essen gleich. Hast du vielleicht Lust, mitzukommen?“ „Gerne.“

Nach dem Essen brachte Isabel Paul nach Hause: „Bis dann, Paul, wir sehen uns morgen.“ Nach diesen Worten drehte sie sich um und wollte gehen, doch als sie merkte, dass Paul noch etwas sagt, blieb sie stehen und hörte heimlich zu. „Isabel, als wir uns heute getroffen und geredet haben, hatte ich so ein Kribbeln im Bauch.“

In Isabels Kopf spielten die Gedanken verrückt, als sie endgültig nach Hause lief. Sie dachte nur noch an Paul. Sie erzählte Emma nichts davon, weil sie sich schämte. Aber sie war auch unglaublich glücklich. Am liebsten hätte sie es ihm auch gesagt, aber sie traute sich nicht. „Er ist doch blind! Kann das was werden?“, dachte sie sich. Und auch Emma konnte in dieser Situation nicht helfen. Isabel lag die ganze Nacht wach und dachte darüber nach, ob sie Paul sagen soll, dass sie ihn auch mag.

Am Ende der Nacht stand ihr Entschluss: „Ja, ich trau mich, es zu wagen!“

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

Marie Huf, Mariella Kruse, Amelie Rotering, Leonie Wieschus, 6a, Gesamtschule Schermbeck

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